Anlässlich des 10-jährigen Bestehens unserer Gruppe „Offene Ateliers“ hatten wir KünstlerInnen aus Dortmund und Umgebung zur „Arbeit im Dialog“ mit frei wählbarem Thema und anschließender gemeinsamer Ausstellung in der Stadtgalerie des Hansesaals in Lünen eingeladen.

Meine „Dialog“-Partnerin gab zwei Apfelstillleben vor, auf die ich künstlerisch reagieren wollte. Beim Betrachten ihrer Bilder tauchte plötzlich die Frage auf: „Wie lange werden wir überhaupt noch so leckere, wunderbare Äpfel ernten können?“  Sie machte mir bewusst, wie selbstverständlich es heute für uns ist, immer und zu jeder Zeit über Nahrung verfügen zu können . . .

Dass es das aber keineswegs ist, zeigt uns seit Jahren das anhaltende Insektensterben. Ohne diese so wichtige Arbeit der Bienen käme es nicht zur Bestäubung der Obstblüten – in diesem Falle der Apfelblüten.

Damit war die Idee zu meiner eigenen Arbeit geboren: den beiden Apfelstillleben eine reale „Bienenszene“ gegenüberzustellen, die das aktuelle Thema des Bienensterbens aufgreift und durch seine Größe anschaulich darstellt.

 

  • Wie lange werden wir überhaupt noch Äpfel ernten können?
  • Werden wir Menschen bald die Arbeit der Bienen übernehmen müssen, indem wir selber Blüte für Blüte von Hand bestäuben?
  • Welche weitreichenden Konsequenzen wird das Bienensterben zur Folge haben, deren Ausmaß in vielen anderen Bereichen wir uns heute noch gar nicht vorstellen können?
  • Was genau schadet den Bienen und auch vielen anderen Insekten?
  • Warum sind Bienen für uns Menschen überlebenswichtig?
  • Wie und womit kann ich selber dazu beitragen, die Lebensbedingungen für die Bienen zu verbessern?

 

Die Arbeit zeigt eine riesige Bienenwabe, bestehend aus 320 Einzelwaben mit etlichen täuschend echt wirkenden Bienen-Nachbildungen. Ich könnte mir vorstellen, dass es nicht nur für Erwachsene interessant ist, diese ‚Installation‘ anzuschauen, sondern besonders auch für Kinder und Jugendliche, weil die Bienen allein durch ihr Aussehen sehr berühren. Durch ihre Größe und ihr ‚liebes‘ Aussehen vermitteln sie tatsächlich etwas sehr Fleißiges und Besonderes, das man beschützen möchte.

Sehr freuen würde ich mich, wenn diese Installation bei großen und kleinen Betrachtern einmal mehr das Bewusstsein für den eigenen Umgang in und mit der Natur wecken könnte und damit auch Begeisterung für die unermüdliche und so wertvolle Arbeit der Bienen – so viel Begeisterung, die ausreichen würde, um damit vielleicht sogar selbst etwas in der eigenen Umgebung verändern und damit für den Fortbestand der Bienen aktiv werden zu wollen.“