Ein spätes Architekturstudium führte mich zu einer grundlegenden Erklärung für das schon immer vorhandene Bedürfnis, mich künstlerisch betätigen zu wollen - von Kindheit an.

Es war und ist der Wunsch, all dem Raum zu geben, was mir in besonderer Weise wichtig war, ist und sich im Laufe meines Lebens zum Wichtigen entwickelt hat. Reflektionen zu gesehenen oder erinnerten Situationen, Gedanken, Bedürfnissen und Gefühlen durch künstlerische Gestaltung intuitiv und impulshaft, aber auch geplant Ausdruck und somit Raum geben zu wollen, sowohl im wörtlichen als auch im übertragenden Sinn, führten mich zur Malerei.

Im handwerklichen Umgang kann ich das gewählte Material sinnlich wahrnehmen. Es braucht Neugierde, Zeit und die Bereitschaft, mich auf die ganz individuelle Herausforderung eines Materials einzulassen und wichtige Erfahrungen zu sammeln.

Dieses „Kennenlernen“ ist für mich in vielerlei Hinsicht eine Bereicherung. Indem ich mich des Materials bediene, lehrt es mich viel über seine Beschaffenheit, seine Eigenarten und Besonderheiten und ist dadurch immer auch Teil meiner künstlerischen Arbeit, ganz gleich, ob ich bildhauerisch tätig bin, male oder zeichne.

Die Ästhetik einer ausgeprägten, besonderen Handschrift z.B. übte schon im Kindesalter eine große Faszination auf mich aus. Buchstaben und Zahlen darzustellen, war für mich mehr Malerei als das Erlernen von bestimmten Zeichen. Besondere Schriften, kleine Kunstwerke in Sütterlin, Bleistift-, Tusche- und Konstruktionszeichnungen und jede Art zeichnerischer Darstellungen interessieren und begeistern mich seit jeher. So hat ein kostbarer Füllhalter mit einer abgeschrägten Feder die Lust am Schreiben geweckt und ist bis heute ein unverzichtbares Werkzeug geblieben.

Eine ganz besondere Bedeutung kam während des Architekturstudiums den vielfältigen Skizzen, Farb- und Bleistiftzeichnungen, unterschiedlichsten Darstellungsformen von Architektur, Landschaft, Strukturen, Außen- und Innenräumen zu. Über Bleistiftzeichnungen kam später die Faszination am eigenen Ausdrucksspiel von Linien, Bögen, Schraffierungen, Zeichen, Linien, Schattierungen dazu.

So führte mein künstlerischer Werdegang vom Zeichnen über Aquarell- ,Öl- und Acrylmalerei zur ständigen Weiterbildung an Kunstakademien, einem Seminar an der Bildhauerschule Scuola di scultura di Peccia und zahlreichen Seminaren bei diversen Künstlern. Zweimal ein Jahr intensiver Zusammenarbeit mit sieben weiteren Künstlerinnen im Rahmen eines Jahresprojektes wurden - unter verschiedensten Aspekten - zu einer ganz besonderen künstlerischen Bereicherung. 2010 folgte u.a. im Rahmen einer Gemeinschaftsausstellung mit der Lünener Künstlergruppe „offene Ateliers 2010“ die kritische Auseinandersetzung mit der Schließung eines großen Kaufhauses in Lünen und deren künstlerische Umsetzung.